Kultur & Freizeit
Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur
Bundesweite Aktion zum Kulturerbe-Status der Friedhofskultur - 125 Städte zeichnen ihre Friedhöfe als Teil des Immateriellen Kulturerbes aus
125 Städte, 300 Friedhöfe, 1 Aktion: Mit einer gemeinschaftlichen bundesweiten Aktion wird jetzt zum Tag des Friedhofs auf den neuen UNESCO-Titel „Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur in Deutschland“ aufmerksam gemacht. Zeitgleich stellen in den beteiligten Städten Verwaltungen öffentlichkeitswirksam neue Informationstafeln vor, die auf die Bedeutung der Friedhofskultur für unsere Gesellschaft verweisen.
Die Kampagne für das deutsche Friedhofswesen führt das Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur mit Unterstützung der Verbände und Organisationen des Friedhofswesens durch sowie in enger Verzahnung mit der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal mit dem Museum für Sepulkralkultur.
Freitag, der 13. März 2020, war ein historisches Datum für das deutsche Friedhofswesen: An diesem Tag beschloss die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission die Friedhofskultur in Deutschland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Und dennoch war dieser Freitag der 13. kein glückliches Datum: Er war zugleich der Beginn des Corona-Lockdowns, was dazu führte, dass die Ernennung medial völlig unterging.
Deshalb gibt es jetzt einen sogenannten „Restart“ zum Tag des Friedhofs am kommenden Sonntag. Mit bundesweiten Aktionen will das Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur auf die Ernennung aufmerksam machen.
„Dieses Immaterielle Kulturererbe bezieht sich zum einen auf das, was Menschen auf dem Friedhof tun – trauern, erinnern und gedenken genauso wie gestalten, pflegen und bewahren“, erläutert Kuratoriums-Geschäftsführer Tobias Pehle. „Zum verweist die Auszeichnung auf den vielfältigen Wert der Friedhofskultur für unsere Gesellschaft, z.B. in kultureller, historischer oder sozialer Hinsicht, aber beispielswiese auch in Hinblick auf Klima- und Naturschutz, Völkerverständigung oder Integration.“ Pehle betont, dass also nicht die Friedhöfe als Orte zum UNESCO-Welterbe ernannt wurden, sondern die Friedhofskultur in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Erbes aufgenommen wurde.
An der Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ beteiligen sich nahezu alle Großstädte. Von Flensburg bis Berchtesgaden sind aber auch mittlere Städte und Gemeinden mit ihren Stadtteilen oder Dörfern beteiligt. „Wir freuen uns sehr, dass die Aktion das gesamte Spektrum an Handlungsräumen dieser facettenreichen Kulturform verdeutlicht“, sagt Martin Struck, Vorstandsmitglied des Kuratoriums, und ergänzt: „So wird vor allem deutlich, dass Friedhöfe nicht nur Orte der Trauer und des Todes sind, sondern vor allem Orte der Lebenden.“
