Besonderen Besuch erhielten Gundula Ruge (Vorstand des MGH) und die Leiterin Anneke Bazuin mit Ihrem Team am Donnerstag. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen machte sich ein Bild vom Mehrgenerationenhaus in Langenhagen. Gut gelaunt informierte sie sich zusammen mit dem Europawahlkandidaten der CDU, Burkhard Balz und Vertetern aus Politik und Verwaltung über verschiedene Projekte und bekam im Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Nutzerinnen des MGH einen Eindruck von der Alltagspraxis. Man sieht hier deutlich, dass das Mehrgenerationenhaus Langenhagen eine wichtige Stütze nicht nur für das Miteinander der Generationen ist - es ist darüber hinaus ein Ort der Verständigung zwischen unterschiedlichen Kulturen, sagte Frau von der Leyen und wies noch einmal auf die besondere Bedeutung der ehrenamtlichen Helfer im Mehrgenationhaus-Konzept hin.
Besonderes Interesse zeigte Frau von der Leyen an dem offenen Treff mit Kinderbetreuung und Second-Hand-Shop, der Kinderbetreuungs-service-Kartei und flexiblen Kinderbetreuung, sowie dem Projekt "Opstapje". Sehr schnell kam sie, nach den allgemeinen Informationen, ins persönliche Gespräch mit den Besucherinnen und Nutzerinnen. Angeregt spach sie mit Tagesmüttern und einer jungen Mutter, die durch die Vermittlung einer Tagesmutter, Beruf und Familie miteinander vereinbaren konnte. Außerdem nutzte sie die Gelegenheit, die Hausbesucherinnen und die teilnehmenden Mütter des Projekts Opstapje nach Ihren Erfahrungen zu befragen.
Bürgermeister Friedhelm Fischer unterhielt sich engagiert mit der Ministerin über Ideen des generationsübergreifenden Wohnens. "Neue Wohnformen, die das Miteinander stärken und den Familien helfen, seien eine sinnvolle Ergänzung zur Arbeit des Mehrgenerationenhauses. Räumliche Nähe zum MGH sei dabei wünschenswert."
Das Mehrgenerationenhaus Langenhagen ist zu einer festen Institution für Langenhagener Familien und Mütter geworden, die Unterstützung im Alltag gut gebrauchen können: Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund werden im Mehrgenerationenhaus durch spezielle Angebote unterstützt. So können Migrantinnen beispielsweise ihre Kleinkinder im Mehrgenerationenhaus betreuen lassen, während sie Deutschkurse in der nahe gelegenen Volkshochschule besuchen. Im Spieletreff können Migrantinnen und Migranten, die bereits einen Kurs besucht haben, ihre Deutschkenntnisse auffrischen. Beim deutsch-muslimischen Themenfrühstück kommen sich Menschen aller Generationen näher und teilen dabei ihre Erfahrungen zu besonderen Ritualen ihrer Kultur. Doch auch die Arbeit mit Kindern spielt eine große Rolle im Mehrgenerationenhaus Langenhagen. Im Gemeinschaftsprojekt "Opstapje" der Gesellschaft für Behindertenarbeit und des Mehrgenerationenhauses Langenhagen werden Kinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren aus Migranten- und bildungsfernen Familien gefördert. Dazu besuchen freiwillig Engagierte die Kinder zu Hause, um ihnen spielerisch die deutsche Sprache beizubringen. Darüber hinaus werden die Eltern ermuntert, sich aktiv in das gesellschaftliche Leben in Langenhagen einzubringen. Für uns ist es wichtig, Menschen aus der Isolation zu holen und ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln, sagte Anneke Bazuin, Leiterin des Mehrgenerationenhauses Langenhagen.
Das Haus in Langenhagen ist eines von 500 Mehrgenerationenhäusern in Deutschland. Im Rahmen des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser schaffen sie flächendeckend Orte der Begegnung für Menschen jeden Alters. Hier können alle voneinander lernen und füreinander da sein wie in einer Großfamilie. Mit ihren Angeboten der Kinderbetreuung, Beratung sowie haushaltsnahen Dienstleistungen unterstützen die Mehrgenerationenhäuser Familien und entlasten Menschen im Alltag. Durch ihre Arbeit werden regionale Netze geknüpft, von denen auch lokale Unternehmen, die Region und das Land profitieren.
Das Mehrgenerationenhaus Langenhagen ist eines von 51 in Niedersachsen und wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union kofinanziert. Über einen Zeitraum von fünf Jahren erhält jedes Haus jährlich 40.000 Euro an Förderung. Insgesamt profitieren 200 der 500 Häuser im Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von der Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).
